mcmoon

Bereits vor einiger Zeit bin ich irgendwo über diese Geschichte gestolpert, dacht mir aber, dass das wohl irgendwie nicht so ganz stimmen kann, und habe mich nicht weiter damit beschäftigt. Doch heute taucht die fantastische Geschichte bei Nerdcore auf und sie ist ganz offensichtlich wahr.

Es gibt über 40 Jahre alte hochaufgelöste Bilder der Mondoberfläche, welche die NASA längst entsorgt hätte und nun von Freaks/Fans/… in einem verlassenen McDonald’s gelagert und nach und nach digitalisiert werden.

Die Fotos wurden im Rahmen des Apollo Programms aufgenommen. Insgesamt wurden fünf Mondsonden (Lunar Orbiter 1-5) ins All geschickt, um den Mond zu kartografieren und geeignete Landeplätze für die zukünftigen bemannten Missionen zu finden.

Als Film wurde unperforierter 70-mm-Film vom Typ Kodak Special High Definition Aerial Film (SO-368) benutzt, von dem 79 Meter mitgeführt wurden. […] Nach Abschluss der fotografischen Aufnahmen konnte der Negativfilm dann vom Ende zum Anfang elektronisch abgetastet und zur Erde gefunkt werden.
Wikipedia: Lunar Orbiter

Von drei Bodenstationen wurde die Daten empfangen und losless komprimiert auf Filmrollen gespeichert.

Doch diese Bilder wurden nie veröffentlicht, da man nicht offenbaren wollte, wie weit die Technik der Satellitenüberwachung bereits war. Immerhin herrschte der Kalte Krieg. Veröffentlicht wurden lediglich abfotografierte Bilder der original Fotos. Das meiste Bildmaterial wurde nie entwickelt und später geriet es wohl in Vergessenheit, da man sich mehr auf den Wettlauf gegen die Sowjets kümmerte als um schöne Bilder der Mondoberfläche.

Dank einer aufmerksamen NASA Mitarbeiterin wurde die Rollen (ca. 15.000) nicht vernichtet. Nancy Evans sorgte persönlich dafür, dass die Daten eingelagert wurden und schaffte es auch (zwar kaputte) Lesegeräte zu beschaffen, die neu immerhin 300.000$ gekostet haben. Dann passierte einige Jahre nichts, bis sich Evans an die Öffentlichkeit wandte und einige NASA/Raumfahrt-Enthusiasten (allen voran Dennis Wingo) auf ihren „Schatz” aufmerksam wurden.
Diese nahmen sich der Sachen dann 2007 an und schafften das gesamte Material von Evans zum Ames Research Center der NASA nach Kalifornien.

Dort durften sie in einem verlassenen McDonald’s nahe des Mofett Federal Airfields der Army, das inzwischen kaum noch genutzt wird und längst auch öffentlich zugänglich ist, ihre Arbeit aufnehmen. Cooler Weise hatte der Laden früher in Zeiten des Apollo Programms den Spitznamen „McMoon’s”.

Ein ehemaliger Army Angehöriger war letztlich in der Lage, das alte Lesegerät zu reparieren, sodass das Team im McMoon’s anfangen konnte, die Bilder zu digitalisieren.

Auch heute noch sind das die besten Bilder, die von der Mondoberfläche existieren. Genutzt werden können diese z.B. um Veränderung der vergangenen 40 Jahre zu untersuchen oder aber auch um private Raumfahrt Projekte zu realisieren, z.B. um Googles Lunar X-Prize zu gewinnen.

Artikel der L.A. Times mit der ausführlichen Geschichte
Seite mit Hintergrundinfos und Bildern